Restschuld höher als Kaufpreis


Welche Optionen Eigentümer haben, wenn der Verkaufserlös den Kredit nicht komplett abdeckt.

Kurz erklärt: Was bedeutet "Restschuld höher als Kaufpreis"?

Wenn die Restschuld höher ist als der Kaufpreis, reicht der Verkaufserlös allein nicht aus, um den Kredit vollständig abzulösen. Ein Verkauf ist trotzdem möglich - entscheidend ist, wie die Differenz bis zur Kaufpreiszahlung geregelt wird.

Typische Lösungen in der Praxis

  • Differenz aus Eigenmitteln ausgleichen (häufigster Weg)
  • Käufer zahlt Kaufpreis → Bank erhält Anteil → Rest wird separat ausgeglichen
  • Bank verhandelt mit (Freigabe / Lösung) – je nach Situation und Bonität
  • Verkauf stoppen oder verschieben, wenn die Finanzierung nicht sauber darstellbar ist

Wenn die Restschuld höher ist als der Verkaufspreis

In manchen Fällen reicht der Kaufpreis beim Hausverkauf nicht aus, um den laufenden Kredit vollständig abzulösen. Das kann passieren, wenn die Immobilie sehr hoch finanziert wurde, wenn der Marktpreis niedriger ausfällt als erwartet oder wenn zusätzlich eine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt. Für Eigentümer wirkt diese Situation oft wie eine Sackgasse, sie lässt sich aber in der Praxis häufig lösen.

Wichtig ist zuerst die klare Trennung zwischen Kaufpreis und Ablösebetrag. Der Kaufpreis ist das, was der Käufer bezahlt, der Ablösebetrag ist das, was die Bank für die vollständige Freigabe der Grundschuld fordert. Wenn der Ablösebetrag höher ist als der Kaufpreis, entsteht eine Lücke, die vor dem Notartermin geklärt werden muss.

Die Bank wird die Grundschuld in der Regel nur dann löschen oder freigeben, wenn sie vollständig ausbezahlt wird oder wenn eine andere Sicherheit gestellt wird. Deshalb braucht es eine Lösung, wie die Differenz finanziert wird. Häufig geschieht das durch Eigenkapital, einen zusätzlichen Kredit, ein Privatdarlehen oder eine Zwischenfinanzierung. Entscheidend ist, dass die Bank eine verbindliche Zusage erhält, wie und wann der Fehlbetrag ausgeglichen wird.

Manche Eigentümer versuchen in dieser Situation, den Verkauf trotzdem durchzuführen und die Differenz später zu zahlen. Das funktioniert meistens nicht, weil der Notar die Kaufpreiszahlung an klare Bedingungen koppelt und die Bank ohne vollständige Ablösung nicht mitspielt. Daher ist die Abstimmung zwischen Eigentümer, Bank und Notar hier besonders wichtig.

Praktisch sinnvoll ist es, den Ablösebetrag frühzeitig anzufordern und zusätzlich eine realistische Verkaufspreiseinschätzung zu haben. So lässt sich vermeiden, dass ein geplanter Notartermin kurzfristig platzt oder die Finanzierung des Käufers ins Stocken gerät.

Häufige Fragen wenn die Restschuld höher ist als der Kaufpreis

Kann ich die Immobilie trotzdem verkaufen

Ja, wenn die Finanzierung der Differenz vor dem Notartermin gesichert ist.

Was passiert mit der Grundschuld

Die Bank gibt sie meist erst frei, wenn der Kredit vollständig abgelöst ist.

Kann die Bank den Verkauf stoppen

Indirekt ja, weil ohne Ablösung keine Freigabe der Grundschuld erfolgt.

Wie schließe ich die finanzielle Lücke

Oft durch Eigenkapital, Zusatzkredit oder eine Zwischenfinanzierung.

Hilft eine Ratenzahlung an die Bank

Meist nicht, weil die Bank für die Freigabe eine vollständige Zahlung erwartet.

Wann muss es mit der Restschuld geklärt werden

Vor dem Notartermin, weil sonst keine Freigabe der Bank für die Grundschuld möglich ist.
Den gesamten Überblick finden Sie auf der Seite: Haus verkaufen trotz Kredit / Restschuld.

Restschuld und Verkauf sauber klären

Wenn der Ablösebetrag Ihrer Bank höher ist als der geplante Kaufpreis, sollte der Ablauf frühzeitig geklärt werden. So lassen sich Verzögerungen vermeiden und die Kaufpreiszahlung kann rechtlich sauber abgewickelt werden.
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